Tschüss Atlantik

Am 09. April 2016 ist es soweit; wir machen uns auf dem Weg zurück ins Mittelmeer. Mit einen weinenden Auge, das ist sicher. Haben wir doch die Kanarischen Inseln, speziell Gran Canaria (Puerto Mogan) so richtig ins Herz geschlossen.

Wir starten unseren 14-tägigen Überführungstörn von Puerto Mogan mit einen 57sm Schlag rüber auf Teneriffa. Von dort geht es weiter, wenn Wind und Wetter mitmachen, nach Madeira. Hier ist ein Tag Pause eingeplant. Wenn das Wetter aber nicht mitspielt, wird dieser als Reservetag genommen.

Danach geht es weiter: Für ca. 6 Tage werden wir dann ganz unter uns sein. Nur wir und das Meer. Von weiten werden wir mal hier und dort einen Frachter sehen. Delphine und Wale werden an uns vorbei schwimmen.

Nach 3 Tagen unterwegs, sind wir ein mehr oder weniger gutes eingespieltes Team und es entwickelt sich eine Eigendynamik auf der Lumumba, die sich nur deshalb einstellen kann, weil alle sich kompromisslos auf ihre Reise und die jeweiligen neu zu entdeckenden Abenteuer einstellen.

Wenn alles so klappt, wie wir es uns vorstellen, kommen wir am Mittwoch drauf in Gibraltar an. Wer möchte, hat genug Zeit um Gibraltar und seine Affen anzuschauen. Es geht am nächsten Tag weiter nach Estopana. Eine Stadt mit über 1.000 m hohen Bergen der Sierra Bermeja im Hintergrund und über 20 km langen Küstenabschnitt.

Der letzte Schlag an der Spanischen Küste entlang, Richtung Benalmaden. Hier endet unser 14-tägiger Überführungstörn. Benalmádena Pueblo liegt am Fuß der Berge im Norden. Die für die Gegend typischen weißen Häuser mit Blumenschmuck wurden hier in ihrem ursprünglichen Zustand belassen. Der Hafen „Puerto Deportiva“ bietet Platz für knapp 1000 Yachten und wurde mehrmals mit dem Preis für die „schönste Marina der Welt“ ausgezeichnet. Außerdem wird ihm seit 1987 jedes Jahr die Blue Flag, die europäische Auszeichnung für besonders saubere Wasser- und Strandqualität, verliehen. Vielleicht lohnt sich die die überlegung, nach dem Törn, 1-2 Tage hier zu verweilen.

Wir haben noch 2 Plätze frei für diesen Törn.

Bei Interesse könnt ihr gerne mich kontaktieren:

kathrin@segeln.ch

Überführungstörn

Am 09. April geht es los: Wir segeln zurück in das Mittelmeer!

Wer kommt mit, es hat noch 2 Plätze frei!!

Die Kanarischen Inseln sind wunderschön und wir kommen zum späten Herbst wieder zurück hierher – das steht fest. Aber nun wird es Zeit Abschied zu nehmen und wieder nach Sardinien und Sizilien zurück zu kehren… wenn auch mit einen weinenden Auge!

Starthafen ist Puerto Mogan auf Gran Canaria. Es ist auch unser Heimathafen hier geworden. Wir haben diesen Ort gerne und auch die Einwohner, die wir in diesen Monaten kennen lernen durften.

Nach einer gründlichen Einführung geht es mit einen Schlag von 57sm rüber auf Teneriffa.

Am nächsten Morgen gehts dann gleich weiter: Am nächsten Morgen geht es weiter: Madeira! Es sind dorthin 261sm und das gibt uns gleich einen Vorgeschmack für die kommende Woche: 261sm heisst wir sind 2 Tage – und 2 Nächte unterwegs. Wir werden uns nach einen Wachplan abwechseln am Ruder.

Hier haben wir einen  Landtag eingebaut, den … es lohnt sich hier ein wenig zu  verweilen!

Für alle die es Interessiert, wie es weiter geht:

Las Palmas – Benalmadena Überführung

 

 

 

Las Palmas auf Gran Canaria

Las Palmas, die Hauptstadt von Gran Canaria

Auf Entdeckungstour – Die größte Stadt der Kanaren bietet pralle Lebenslust in gelifteten Altstadtvierteln, prächtige Plätze und Paläste, Museen und Musik aber auch grüne Oasen – und einen super Strand.

Frühmorgens saugen wir die Düfte des Südens in der Markthalle von Vegueta, dem altstädtischen Szeneviertel, ein: 82 Stände, prallvoll mit Obst und Gemüse, frischem Fisch, Käse, Honig und der berühmten Chorizo-Wurst. Wir lassen uns von scharfen Köstlichkeiten wie Mojo Rojo, der Soße aus Peperoni und Knoblauch, den Mund wässrig machen und starten nebenan bei Emiliano mit ein oder zwei Churros, den typischen fetttriefenden Krapfen, in den Tag.

Den Vormittag über sinnen wir im noch stillen Labyrinth rund um die Kathedrale zwischen der Plaza de Santa Ana und der Plaza del Pilar Nuevo der großen Vergangenheit Spaniens und der Stadt Las Palmas nach, für die prachtvolle Paläste zeugen oder die Ermita de San Antonio Abad, die älteste Kirche der Kanaren; sie steht dort, wo Kolumbus ein letztes Mal betete, bevor er sich auf den Seeweg via Gomera nach „Indien“ machte.

Der Playa de las Canteras ist der Stadtstrand von Las Palmas

Kilometerlange Sandstrände, eine multikulturelle Bevölkerung und ein erstaunlich reiches Kulturangebot prägen die 400 000 Einwohner-Stadt. Ihr Hafen gehört zu den größten des Altlantiks.

Kulinarische Überraschungen

Später verlieren wir uns im Gewirr der Gassen, entdecken blumenprunkende Höfe, jeder für sich Kulisse alter Geschichten, manche auch eine kulinarische Überraschung wie die Casa Montesdeoca, das feinste, aber auch das romantischste Restaurant der Stadt, in dessen Patio man jeden Augenblick kastilische Edelleute zu höfischer Tafelmusik erwartet.

In der Zeit vor dem Mittagessen wechseln wir über den Barranco Guinguada, früher ein Fluss, heute eine Schnellstraße, von der Vegueta, dem Quartier der jungen Leute, der Maler, Dichter und Lebenskünstler, ins Triana. Dies ist das betriebsamere, elegantere, großstädtischer wirkende Viertel der beiden Altstadtteile, mit Shoppingmeilen und Fußgängerzonen wie an der Calle Mayor, die von Jugendstilfassaden gesäumt ist.

Aber auch hier locken unter alten Bäumen Cafés, in denen sich die Zeit mit kanarischer Lebensart füllen lässt, zum Beispiel bei extrem süßem Milchkaffee, dem Cortado Leche y Leche, oder einem fruchtig-herben Bier der lokalen Marke Tropical.

Grüne Oasen

Hotellegenden, Museen, Kunst, Musik, der schöne Strand vor der Tür, die prächtigen Plätze und Paläste, die stilvollen Geschäfte und die rustikalen Märkte, das ist das urbane, das kulturell unglaublich vielseitige Gesicht dieser Stadt.

Aber da sind auch grüne Oasen, von Touristen aus den südlichen Urlauber-Hochburgen kaum besucht: zum Beispiel der Parque Juan Pablo mit seinen Palmen und einem idyllischen See oder der familienfreundliche Parque Doramas mit dem Museumsdorf Pueblo Canario. Und natürlich der Parque Santa Catalina, zwischen Hafen und Stadtstrand gelegen, einer der beliebtesten Treffpunkte der Einheimischen.

Um diesen Park, eigentlich eher ein großer, grüner Platz mit zahlreichen Cafés, erstreckt sich das gleichnamige Viertel, das dritte in Las Palmas, das einen Bummel lohnt. Santa Catalina ist das moderne Pendant zu Triana und Vegueta: Teures Wohn- und Büroquartier, aus dem Hochhäuser wie der markante Torre Woermann ragen, vor allem aber ist es das Ausgehviertel, das sich mit seinen vielen Bars, Clubs und Discos bis an den Strand hinzieht.

Bauernmarkt im Vorort

Zu den besonders geschätzten, aber kaum bekannten Perlen gehören einige Orte außerhalb der Hauptstadt. Zum Beispiel nach Santa Brigida, einen Vorort mit dörflichem Charakter, nur zwölf Kilometer südlich von Las Palmas.

Ziel ist dort der Bauernmarkt, auf dem an den Wochenenden Agrarprodukte aus der Region angeboten werden, auch Wein, der sich im lauschigen Ambiente unter Lorbeerbäumen vor einem kleinen Museum verkosten lässt.

Auf dem Rückweg in die Stadt kann man dann noch einen Stopp in Tafira Alta einlegen. Nirgendwo, so heißt es, leuchten die Vorgärten üppiger als in dieser Villensiedlung, die über eine kurvenreiche Straße zu erreichen ist.

Gran Canaria

Gran Canaria ganz anders erleben!

Wer denkt, dass Gran Canaria nur dicke Menschen und sonst nichts zu bieten hat, irrt sich gewalltig! Es lohnt sich einmal keine Badeferien Hier trifft man dann schon auf diese Menschen, die alle Oberkörper frei rum laufen, sogar im Supermarkt ihr Fleisch zur Schau sellen, sie kennen kein Erbarmen) erleben zu wollen sondern mit Abenteuerlust diese wunderschöne Insel zuerkunden.

Wir liegen zur Zeit mit der Lumumba in Pouert Mogan.

Puerto de Mogán ist ein Hafen- und Ferienort im Süden der Insel Gran Canaria. Er wurde um den bestehenden kleinen Hafen der 12 Kilometer entfernt gelegenen Gemeinde Mogan herum angelegt, zu welcher er in administrativer Hinsicht gehört. Puerto de Mogán entstand 1983 bis 1988 nach einem Entwurf von Raphae Neville. Der Ort wird auf Grund einiger Kanäle, die vom Hafen in den Ort führen, zuweilen auch als „Klein Venedig“ oder das „Venedig des Südens“ bezeichnet. Die zahlreichen kleinen Gassen, die sich durch den Ort ziehen, tragen zu dem Erscheinungsbild bei. Es wurde in den letzten Jahren viel gebaut, wobei Anstrengungen unternommen wurden, durch postmoderne Architektur einen Teil des ursprünglichen Charmes zu erhalten. Die Regierung Gran Canarias hat verboten, in Puerto de Mogán Häuser zu bauen, die mehr als zwei Stockwerke hoch sind. So ist das frühere Fischerdorf in seinem Ursprung trotz Tourismus weitgehend erhalten geblieben und der neue Teil fällt nicht sofort als solcher auf.

Man darf sich nicht abschrecken lassen, der 1. Eindruck ist hier irreführend. Man sollte sich erst einmal hinsetzen, möglichst auf der anderen Seite vom Hafen, dort wo die Fischer ihre Boote anlegen, einen Kafi trinken und das geschehen auf sich wirken lassen. Die Einheimischen sind sehr freundlich, vielleicht am Anfang etwas zurück haltend. Verständlicherweise, wenn man die massen an Touristen sieht. Wenn man ihnen freundlich mit einen Hola, Buones Dias entgegen tritt, haben die meisten ein lächeln auf den Lippen und grüssen gerne zurück!

Am besten man mietet sich für die Zeit hier auf der Insel erst einmal einen Wagen. Den gibt es recht günstig wir haben gerade diese Woche einen geliehen für € 90.- 6 Tage lang.  Damit kommt man in das Landesinnere und wird überwältigt von der Schönheit Gran Canarias!

Gran Canaria ist eine Insel mit vielen Gesichtern und einer beeindruckenden Vielfalt von Naturräumen. Hinter jeder Wegbiegung kann das Landschaftsbild plötzlich ganz anders aussehen. Zu verdanken ist dies den Passatwinden, die eine Vielzahl von Mikroklimazonen schaffen.

Die Insel der Strände besitzt in ihrem Innern auch eine beeindruckende Bergwelt mit schroffen Vulkanen und tiefen Schluchten, die von einem Netz alter Wege und Pfade durchzogen wird. So alt, dass es sie bereits gab, bevor die ersten Landkarten erfunden wurden. Eine kleine, abgelegene Welt, anerkannt als UNESCO-Biosphärenreservat.

Die Natur von Gran Canaria bereitet ihren Einwohnern viele Freuden. Seit Jahrhunderten… Das allererste Geschenk ist das wunderbare Klima, das hier ganzjährig herrscht. Das schöne Wetter, das das Leben auf der Insel freundlich und friedlich macht. Obwohl wir uns natürlich nicht nur auf das Klima beziehen, wenn wir sagen, dass die Natur es gut mit Gran Canaria meint.

Ein wunderbarer Ort, um Erholung und Ruhe zu finden.

Gran Canaria ist ein Miniaturkontinent mit einem außerordentlichen Landschaftsreichtum in einem Archipel von enormer Diversität. Darum hat die Unesco die Insel auch zum Biosphären-Reservat erklärt. Um aktiv zur Erhaltung der vielen Landschaften beizutragen, die wie die Teilchen eines Puzzles einen ganzen Mikrokosmos bilden. Beinahe die Hälfte der Inseloberfläche gehört zum Reservat: sechs ländliche Gemeinden, die noch traditionellen Lebensweisen verbunden sind.
Aber was ist das Besondere an der Natur von Gran Canaria, dass die Unesco sie so auszeichnet? Zunächst einmal ist die Insel ein Freiluftmuseum der seltsamen, zauberhaften Flora Makaronesiens. Ein Themenpark für Blumen und Pflanzen, die sich unabhängig von der übrigen Welt entwickelt haben und das „Siegel“ Makaronesiens tragen. Eine Natur, die Jahrhunderte lang sich selbst überlassen war, in der abwechslungsreichen, vielgestaltigen Geographie Gran Canarias.
Denn das Relief, die eigenwillige geomorphologische Struktur der Insel, ist eine weitere der Besonderheiten Gran Canarias. Das Inselzentrum wird vom riesigen, eingefallenen Vulkankessel „Caldera de Tejeda“ dominiert. Das abfließende Regenwasser hat sich im Laufe der Zeit durch gewundene Schluchten hindurch Wege zum Meer gebahnt. Man könnte sagen, dass Gran Canaria ein Gebirgsmassiv ist, das vom Meer bis zum 1.949 Meter hohen „Pico de las Nieves“ aufragt.
Die Höhe und das schroffe Inselrelief haben zum Entstehen unzähliger Mikroklimazonen und Habitats geführt. Besonders im Südwesten der Insel sind viele natürliche Landschaften erhalten geblieben. Hier wachsen ausgedehnte Wälder von kanarischer Kiefer, einem Baum mit einzigartigen Eigenschaften auf der ganzen Welt. Doch auch der Mensch hat im Laufe der Zeit zum Bild der Natur beigetragen. Traditionelle Anbaumethoden haben das Land geformt, so dass es oft unmöglich ist, die Elemente der menschlichen Aktivität von der ursprünglichen Inselnatur zu unterscheiden. Das Ganze bildet ein charaktervolles Landschaftsmosaik, das heute für zukünftige Generationen geschützt wird.

Gran Canaria ist perfekt für Wanderfreunde und Aktivurlauber. Ein

Die Küste ist nicht weniger abwechslungsreich. Von der Küstenlinie bis auf etwa 300 Meter hinauf dominieren trockene oder wüstenartige Zonen, die von kaktusartigen Kanaren-Wolfsmilchgewächsen und Sukkulenten bewachsen sind. In Schluchten und Tälern gedeihen Palmen-, Tamarisken- und Weidenhaine. Unter der Meeresoberfläche wird die Küste von einer Folge weiter Flussmündungen, erstarrter Lava, tiefer Felsstürze und miteinander verbundener Sandbänke geprägt.

Das ist der Nährgrund für die außerordentlich reiche Biodiversität, in dem Meeresschildkröten, große Tümmler und Rundkopf-Delfine sich ein Stelldichein geben. Jeden Tag eine neue Vorstellung. Tausend Geschöpfe der Natur in tausenden von Habitats einer Insel, die Weltreservat der Biosphäre ist.

Gran Canaria; Ein ganzer kleiner Miniaturkontinent, um durch die Natur zu streifen, durchzuatmen… Eine Insel, die ganz anders ist. Mit einer Natur, deren eigenwillige Exotik Sie überraschen wird. Und einem blauen Meer unter der Sonne, das immer in der Nähe ist!

Die Ruhe vor dem Sturm

Wer im Vorfeld alles Ricchtig macht, kann auch den stärksten Orkan schadlos überstehen.

 

images

 

Mit dem Frühjahr brechen bekanntermaßen stürmische Zeiten an, und das bedeutet für Wassersportler offenkundig ein erhöhtes Gefahrenpotenzial. Ob auf See, im Hafen oder an Land – die richtige Vorbereitung ist das A und O, damit Schiff und Crew einen Sturm möglichst schadlos überstehen.

Es sind oft die kleinen Dinge, die Großes bewirken. Ein zusätzlicher Fender hier, eine weitere Heckleine da, der regelmäßige Blick in den Wetterbericht oder der vorbeugende Check der Ausrüstung. Fehlendes Verantwortungsbewusstsein gepaart mit Unwissenheit kann verheerende Folgen haben“. So ist vielen Wassersportlern nicht bewusst, dass sie bei Sturm auf der offenen See häufig am besten aufgehoben sind. Vor allem die unerfahrenen Skipper tendieren dazu, in solchen Fällen die Nähe zum Land zu suchen. Durch die geringere Wassertiefe bauen sich hier jedoch kurze, steile Wellen auf, die Material und Mannschaft stark belasten. Unter Umständen kann es sogar ratsam sein, den scheinbar sicheren Hafen bei einem angekündigten Sturm rechtzeitig zu verlassen und die Situation auf See abzuwettern. Ebenso wichtig ist die überlegte Auswahl eines Ankerliegeplatzes: Die ausreichende Entfernung zum Land ist dabei entscheidend.

Allzu oft wird eine gründliche Einweisung der Crew vernachlässigt. Gerade bei Chartertörns sollte auf eine ausführliche Einweisung durch den Vercharterer bestanden werden, damit der ersehnte Urlaub nicht zum Himmelfahrtskommando wird. Wie funktionieren die Ventile? Wo ist der Wantenschneider? Wie sieht die Sturmbesegelung aus? „Ist der Sturm erst mal da, dann ist es dafür zu spät.“

images

Was tun wenn es Blitzt und Donnert?

Der Weg des Geringsten Widerstands!

2

Immer wieder Fragen uns unsere Gäste am Bord: was machen wir wenn es Blitzt und Donnert? Oft genug, um das Thema einmal hier bei uns aufzunehmen und darüber zu schreiben, wie wir finden!

Das offene Wasser ist nicht gerade ein günstiger Ort, um von einem Gewitter überrascht zu werden. Auf einem Segelschiff ist der Mast oft das höchste Objekt weit und breit, und ein Blitz sucht sich zumeist den höchsten Punkt in seiner Umgebung aus. Zwar ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein Segelboot von einem Blitz getroffen wird, recht gering – Panikmache wäre also unangebracht, trotzdem sind die Chancen und das Schadenpotenzial gross genug um sich mit dem Thema eingehender zu beschäftigen.

1

Der Blitzschutz für eine Yacht ist ein sehr komplexes Thema.  Eine Nachrüstung auf Yachten sehr kostenintensiv. Da die Yachten heute viel stärker als früher mit umfangreicher Navigationselektronik und Bordtechnik ausgestattet sind, kann sich die Investition trotzdem lohnen. Das Verheerende: Zumeist sind viele der oder gar alle Geräte über ein Bussystem miteinader verbunden. Bei einem Blitzteinschlag kann der Blitztstrom durch das gesamte Netzwerk rauschen und sämtliche Geräte beschädigen.

Aber nicht nur die technischen Geräte sind gefährdet. Auch strukturelle Schäden am Boot bis hin zum Totalverlust können durch einen Blitzeinschlag verursacht werden. Ein Blitzt sucht sich den Weg des geringsten Widerstands zum Erdpotenzial Trifft er auf einen Widerstand, dann können Masten zerspringen, Ruderblätter gespalten und Rumpf- oder Kielverschalungen regelrecht weggesprengt werden.

Ob ein Blitz einschlägt, kann durch eine Blitzschutzanlage nicht beeinflusst werden. Allerdings können durch Blitzschutzmassnahmen der Einschlagpunkt und der Weg des Blitztstroms durch die gezielte Ableitung und Erdung kontrolliert werden. Die Stromstärke eines Blitztes liegt in der Regel bei 20.000 bis 50.000 Ampere, in Ausnahmefällen bis zu 100.000 Ampere. Schon 0.3 Ampere können tödlich sein. Diese gewaltige Stromstärke muss über ausreichend dimensionierte Leiter auf dem einfachsten, schnellsten und kürzesten Weg ins Wasser geleitet werden.

Eine einfache, aber eher behelfsmäßige Lösung ist ein System, das aus Kupferleitern und Klemmvorrichtungen besteht, die am Mast, an den Wanten und Stagen befestigt werden können. Die freien Enden der Kabel werden ca. 1,50 Meter tief ins Wasser gehängt, um den Blitz dorthin abzuleiten. In der Theorie hört sich das logisch an, aber ein umfassender Schutz kann damit sicher nicht gewährleistet werden. Denn das Verhalten eines Blitzes ist sehr komplex – er teilt sich, schlägt über und kann sogar aus dem Wasser zurück an Bord gelangen. Hinzu kommt die Gefahr eines Blitzeinschlags von außen, typischerweise über den Landstromanschluss im Hafen, der direkt in die Elektroanlage schlägt und diese beschädigt. Fazit: Wer darüber nachdenkt, einen effektiven, umfänglichen Blitzschutz für seine Yacht zu realisieren, sollte sowohl bei Neubauten als auch bei der Nachrüstung von Gebrauchtbooten einen Fachmann zurate ziehen.

Wie auch immer der Blitzschutz auf deiner Yacht aussehen mag. An erster Stelle sollte in jedem Fall die Sicherheit für Leib und Leben stehen: Bei einem nahen Gewitter gilt es deshalb, bestimmte Maßnahmen zu beherzigen:

  • Wenn möglich den nächsten Hafen anlaufen oder eine schützende Bucht aufsuchen
  • Badende umgehend das Wasser verlassen
  • Angelrouten einholen
  • Wenn möglich unter Deck gehen, andernfalls nicht an Deck stehen, sondern möglichst tief mit geschlossenen Beinen ins Boot (Cockpit) hocken, Schuhe mit Gummisohlen tragen
  • Berührung mit Metallteilen (Wanten, Reling, Heckkorb usw.) vermeiden, keinesfalls an der Ankerkette hantieren
  • Im Hafen Landstromverbindung trennen
  • Hauptschalter ausschalten, wenn möglich Netzstecker und Antennenstecker von elektrischen und elektronischen Geräten ziehen, ebenso Kabelverbindungen zu Empfängern am Masttopp trennen

Überführung Benalmádena – Kanarische Inseln/Lanzarote

 

Überführung Benalmádena – Kanarische Inseln/Lanzarote

 

Benalmadena

Wie immer am Samstag hatten Jürg und ich einiges zu tun: Unsere Gäste verließen uns um 09:00 Uhr und dann ging bei uns die Post ab! Wäsche musste gewaschen werden, manchmal hatten wir einen Wäscheservice, manchmal gingen wir selbst in den Waschsalon. Hier hatte es einen Waschsalon, – bereits um 09:30h Uhr liefen wir dort ein. Gleich fünf Maschinen auf einmal zu waschen, ist hier kein Problem, denn es standen genug Waschmaschinen zur Verfügung; genauso auch Trockner. So füllten wir alle Maschinen und gingen erst mal einen Kafi trinken und etwas frühstücken. So macht Wäschewaschen Spaß! Nachdem sie gewaschen und getrocknet war, ging es wieder zurück zur Lumumba. Leider hatte es nicht geklappt, jemanden für die Schiffsreinigung zu organisieren, – also putzten wir selbst vier WCs, den Salon und die vier Kabinen. Dann ging es draußen weiter. Beim Schrubben bemerkte ich auf einmal aufmerksame Zuschauer. Drei von unserer neuen Crew standen schon vor dem Schiff. „Hallo, ihr seid aber flott, – aber etwa sechs Stunden zu früh!“, begrüßte ich sie. „Stellt einfach euer Gepäck ab, macht euch einen schönen Tag und kommt bitte gegen 18:00 Uhr wieder.“ Das ließen sie sich nicht zweimal sagen. Kaffee trinken gehen ist einfach schöner als Schiff schruppen, – sah ich auch so. So stellten sie ihr Gepäck ab und gingen ihrer Wege.

Nun war es schon Mittag und wir mussten einkaufen, Lebensmittel und was man Bord so alles braucht. Außerdem hatte unser Reisedrucker den Geist aufgegeben und wir benötigten daher dringend einen neuen. So organisierten wir ein Taxi und düsten mit dem nach Malaga, da dort ein großes Einkaufszentrum lag. Einen Druckerladen fanden wir nicht, – aber einen Carrefour. So viel hatten wir noch nie eingekauft. Lebensmittel für 14 Tage! Dafür muss gut geplant werden. Das Taxi, das uns zur Lumumba zurückbrachte, war vollgestopft mit Getränken, Nahrungsmitteln und mit uns.

Inzwischen war Thomas angekommen, er war bereits das dritte Mal mit uns unterwegs und wir haben ihn wirklich lieb gewonnen. Daher durfte er gleich mit anpacken und alles zum Schiff zu tragen – er kam uns gerade recht!

Während wir einbunkerten, stand auf einmal der Gast vor dem Schiff, der bereits mittags mit den anderen sein Gepäck bei uns abgestellt hatte, um dann mit den anderen beiden etwas zu unternehmen. Nun kam er alleine zurück und erzählte ziemlich aufgeregt: „Nachdem wir das Gepäck los hatten, hat jeder von uns ein Segway gemietet. Das war toll … aber leider gab es dabei einen Unfall. Mein Bruder stürzte so schlimm, dass er sich seine Hüfte gebrochen hat. Er liegt nun in Malaga im Spital.“ Das war eine böse Überraschung, – für alle. Für ihn war klar, dass er seinen Bruder nicht alleine im Krankenhaus liegen lassen konnte. Daher sagte er den Törn für sie beide ab. Schade. Somit waren wir plötzlich zwei Crewmitglieder weniger, – nur noch fünf Personen. Inzwischen kamen die anderen. Glücklicherweise unverletzt und guten Mutes. Nach deren Einchecken gab es erst einmal ein leckeres und reichhaltiges Abendessen. … denn mit zwei Personen weniger hatten wir mehr als reichlich zu essen und zu trinken.

Eigentlich hätte der Unfall mehr als gereicht, aber es ging noch weiter. Wir hingen an zwei Muringleinen und fühlte uns sicher wie in Abrahams Schoß, als es plötzlich nachts um 03.30 Uhr krachte. Es gab mehrere laute und dumpfe Aufprallgeräusche, die uns – im wahrsten Sinne des Wortes – schlagartig aus den Kojen rissen. Wir stürmten an Deck, um zu sehen, was passiert war. Schnell stellten wir fest, ein Muring war gerissen und dadurch knallten wir mit der Ecke unseres Steuerbordhecks ständig und mit voller Wucht an die Hafenmauer. Wir versuchten, die Lumumba so gut wie möglich zu sichern, denn zu allem Überfluss war für die Nacht auch noch Sturm angekündigt. Und er kam: Windstärken bis 10 Bf, Welle um die 5 m hoch. Für uns war sofort klar, bei dem Wind und den Wellen können wir am nächsten Tag nicht raus. Was am Tag danach möglich sein könnte, war noch nicht abzusehen. Der Wind sollte weniger werden, aber die Welle würde immer noch deutlich zu hoch sein.

Der Sonntag, der Sturm hielt an und wir waren gezwungen einen Hafen Tag einzulegen. Zeit um Benalmadena etwas genauer anzuschauen und in aller Ruhe die Einführung mit unserer neuen Crew zu machen.

Am Montag: Wir hatten den Sturm und das Gewitter in Benalmádena abgewettert, das war eine gute Entscheidung gewesen, denn wir hatten ständig 10 Bf Wind. Aber gegen Mittag konnten wir dann endlich auslaufen.

Wir wollten nur in der Nähe von Marbella segeln, aber dann tauchte wieder eine böse Front an der Costa del Sol auf, sodass wir uns kurzfristig dazu entschieden, doch Gibraltar direkt an zu motoren. Mit wenig Wind und einer anfangs relativ großen Welle kamen wir am Abend in Gibraltar an. Unsere Crew wärmte sich in der Nähe des Motors, beim Steuerrad. Quasi eine „Trockenübung“.

Dann tauchte es vor uns auf: Gibraltar – am dunkeln Firmament leuchtend ist das natürlich für alte Hasen wie für Anfänger immer ein Highlight! Hier ist immer eine Menge los, überall sieht man Schiffslichter, überall rote und grüne … und man muss sie zu lesen verstehen. Habt ihr alles noch im Kopf? Wer hat hier vortritt? Wenn du an den großen Schiffen, die vor Anker liegen, vorbeifährst, siehst du genau, ob der Anker auch wirklich unten ist. Spannend!

In der Marina angekommen, wurde wie immer in Spanien erst einmal von allen der Pass angeschaut. Reine Routine, danach bekamen wir einen Platz zugewiesen und wir legten schnell an.

Für die neue Crew war es der erste Tag und daher waren alle müde. Marco war zudem erkältet und wenn man krank ist, fühlt man sich am Abend erst recht furchtbar mies. Daher wird er von mir versorgt: Inhalieren, Ingwer Tee mit Honig und Tabletten sollten ihn sicher durch die Nacht bringen.

Wir blieben eine weitere Nacht in Gibraltar, der Wind war nicht günstig für uns und die Strömung auf der Straße von Gibraltar war – sagen wir mal – suboptimal. Nach den Prognosen wäre der Donnerstag perfekt für uns gewesen, aber wir waren ein wenig unter Zeitdruck, – und was ist im Leben schon perfekt? Nach den Empfehlungen des Deutschen Wetterdienstes wäre auch ein früheres Auslaufen machbar. Mit nicht ganz achterlichen Wind, wie es gut wäre, aber es ging. So waren die Bedingungen schlecht für das Schiff, aber gut für Marco, da wir vor Anker blieben, konnte er erst einmal seine Erkältung auskurieren. So planten wir voraus. Später würden wir sehr wahrscheinlich wenig Wind auf See haben, aber hoffentlich so viel, dass wir segeln könnten. Würden wir nur mit Motor unterwegs sein können, würde uns irgendwann der Diesel ausgehen … aber nicht die Lebensmittel und Getränke!

Wir nutzten die Zeit für einen kurzen Spaziergang durch Gibraltar, das schon in Weihnachtsstimmung war. Uns fiel dabei auf, dass man solche Zeiten verpassen kann, wenn man nur auf See ist. Nichts gegen einen ordentlichen Mastbaum, – aber so ein beleuchteter Christbaum ist schon mehr für’s Herz!

Und Gibraltar ist immer einen (verlängerten) Segelausflug wert! Diese Südspitze Spaniens ist ein britisches Überseegebiet, das seit 1704 unter der Souveränität des Vereinigten Königreichs steht. Zu den Sehenswürdigkeiten gehört natürlich der Felsen von Gibraltar mit seinen Affen. So viele es inzwischen sind, so unklar ist, woher sie wirklich kommen. Dann gibt es noch den Trafalgar-Friedhof, auf dem Matrosen von der Schlacht von Trafalgar bestattet sind, Höhlen mit Neandertalerfunden, das Gibraltar Trinity Lighthouse usw. Aber man kann auch einfach nur durch das Städtchen flanieren und ein Käffchen trinken.

Der Abend war für ein gemeinsames Abendessen in Gibraltar reserviert. Bei dem Gedanken an die Gaumenfreuden der englischen Küche waren manche etwas irritiert, – aber wagemutig! Vorsichtshalber teilten wir schon vorher die Wachen ein: Thomas und Sascha sollten die Wache übernehmen. Sie verstanden sich gut und hängten hier gemeinsam etwas ab.

Wir waren unterwegs in den Straßen von Gibraltar! Thomas, Marco und Sascha und wir. Die Drei hatten am Vormittag noch ein original English Breakfast auf Gibraltar genossen, – wenn man schon mal da ist und Zeit, Muse und die dafür entsprechende Verdauung hat! Jürg und ich nutzten die Zeit, um einige Lebensmittel einzukaufen und zu joggen, denn das geht an Bord ganz schlecht.

Unser optimales Zeitfenster für die Fahrt durch die Straße von Gibraltar wäre so gegen 14:30 Uhr, prognostizierte unsere Technik. Daher füllten wir noch schnell den Tank und verabredeten uns zum Ablegen um 12.30 Uhr. Pünktlich waren alle da, so konnte es wie geplant losgehen! Wir hatten noch immer eine starke Gegenströmung, daher durchquerten wir die Straße mit Motorkraft. Mit der Zeit merkten wir, dass die Strömung nachließ. Der Wind wurde uns als nicht so stark prognostiziert, – die digitalen Wetterfrösche hatten recht. Die ganzen Tage hatten wir 3 – 5 Bf. Mal mehr und mal weniger.

Wir waren wirklich nicht die einzigen, die hier längs wollten. Einige große Pötte ankerten vor Gibraltar, an ihnen motorten wir vorsichtig und ehrfurchtsvoll vorbei. Sie sahen alle sehr imposant aus!

Jürg und ich fingen mit der Wache an. Sascha, der am meisten Segelerfahrung von den Gästen hatte, war so schlau und ruhte sich gleich mal aus, um fit für die anschließende Wache mit Thomas zu sein. Thomas, inzwischen auch kein Anfänger mehr und Meilensammler, war gut bei ihm aufgehoben. Marco wurde von uns unterstützt. Aber zuerst mussten wir uns stärken! Heute gab es Gulasch mit Kartoffelstock. Der brutzelte so vor sich hin und je nach Windzug kam immer wieder ein feiner Duft nach oben, der sehr hungrig machte. Mich freute es, dass unsere Gäste meine Kochkünste genossen. Denn es ist gar nicht so einfach, für 14 Tage einen Kochplan zu entwerfen, der allen Wünschen und Geschmäckern entgegenkommt. Und man kann nicht mal schnell in den Supermarkt, weil gerade die Kartoffeln ausgegangen sind oder Öl fehlte.

Inzwischen war Marco wieder fast gesund oder vollgestopft mit Erkältungsmitteln. Zumindest tat ihm eine Mütze Schlaf ganz gut.

Jürg hatte gerade einen Platz in Arrecife reserviert. Dort war unsere erste Marina nach unserer kleinen Atlantiküberquerung (auf die Kanarischen Inseln).Wir waren kurz vor dem Verkehrstrennungsgebiet, dicke Frachter kam uns entgegen und Delfine sprangen auf unserer Bugwelle mit.

Inzwischen lag die erste Nacht auf See hinter uns und es war Nachmittag. Weit und breit war kein Schiff zu sehen. Noch wussten wir nicht, damit richtig umzugehen. Wir waren noch zu unruhig, waren immer noch auf der Suche, auf der Suche nach irgendetwas. Einfach in die Ferne zu blicken und nichts zu sehen außer Wasser, Wasser bis zum Horizont, ist ein wunderbares Gefühl. Man spürt die ewige Weite und man fühlt sich sehr, sehr klein. Das macht demütig. Und zugleich fühlt man sich zuhause und geborgen auf seiner Lumumba.

Der Morgen war wunderschön, ein Sonnenaufgang wie aus dem Bilderbuch. Die Welt erwachte und zauberte Farben an den Horizont und auf das Meer.

Inzwischen waren wir alle im Wachplan-Trott angekommen: Wache schieben, essen und dann wieder schlafen. Am Mittag trafen sich alle auf Deck und wir waren für ein paar Stunden alle miteinander zusammen. Wir wurden langsam ruhiger, es passierte ja auch nicht viel. Nichts regte einen auf. Es war spannend und man fragte sich: „Wie geht man mit so viel Stille um?!“ Es kam mir vor, als ob wir eine kleine Insel wären auf dem großen Meer, nur wir und sonst nichts. Wir drehten zwischendurch Musik auf, im nächsten Moment genossen wir wieder die Stille. Thomas wollte oder konnte nicht richtig runterkommen, er war immer sehr konzentriert und damit angespannt. Er wollte alles rund um das Segeln unbedingt hinbekommen. Daher saugte er alles auf, was man ihm sagte. Er wollte diese zwei Wochen ganz intensiv nutzen. Hat er dann auch; wir durften ihn vieles zeigen und wird bald seine erste Yacht Chartern.

Wir hatten nicht viel Wind, NE 3-4 Bf. Wir setzten trotzdem die Segel und kamen dementsprechend langsam vorwärts. Bei der langen Strecke mussten wir darauf achten, unsere Dieselvorräte nicht leerzufahren; aber es blieb uns nichts anderes übrig, wenn wir vorankommen wollten. Auch die nächste Nacht blieb es so.

Inzwischen war es Freitagmittag. Wir rauschten mit Vorwindkurs unter Gennaker mit 18 Knoten Richtung Madeira. Endlich ging es gut voran. Sogar Delfine zeigten sich immer wieder und begleiteten uns ein kurzes Stück. Die Sonne brannte runter, aber der Wind kühlte sie sogleich wieder ab. Spürte man schon, dass wir Richtung Süden segelten? Es war herrlich warm, wir hatten alle kurze Hosen an, saßen an Deck und verzehrten die Spaghetti vom Vorabend. Lecker!

Anschließend blieben wir einfach sitzen und blinzelten in die warme Sonne. Andere würden einen Verdauungsspaziergang machen. Wir saßen das hier aus! Jürg und ich hatten gestern damit angefangen, auf dem Vordeck Rumpfübungen zu machen. Wir lieben das Segeln, aber wir bewegen uns auch gerne. Aber auf so einem Törn kommt die Bewegung definitiv zu kurz.

Aber nun genossen wir es, in der Sonne zu sitzen, waren quasi auf Stand-by, um den Gennaker zu bergen. Denn der Wind wurde stärker und dann kann es schnell gefährlich werden mit Gennaker.

Wir bergen ihn immer, wenn wir längere Zeit 18 Knoten Speed haben oder wenn es anfängt, dunkel zu werden. In der Nacht setzen wir immer Genua.Heute hatten wir die dritte Nacht auf See genossen. An das „Wasserbett“ hatten wir uns inzwischen gewöhnt und genossen es, in den Traum geschaukelt zu werden. Die Überlegung kam immer häufiger, Madeira auszulassen, denn die Zeit lief uns davon. Daher segelten wir am nächsten Morgen weiter mit dem Gennaker nach Lanzarote; wir hatten uns entschieden, Madeira auszulassen. Wir hatten einfach zu wenig Wind, 3 Bf aus NE. Die Lumumba braucht aber mindestens eine 4, um richtig in Fahrt zu kommen. Außerdem hatten wir bereits in Benalmádena und Gibraltar zwei Tage verloren, – nicht dass wir das nicht genossen hatten; aber die Zeit fehlte uns einfach. Nun drehte auch noch ständig der Wind.

Marco hatte sich schlafen gelegt, er schlief viel – die Erkältung? Wenn er dann wieder aufwachte, ärgerte er sich, wenn er wieder die Delfine verpasst hatte. Thomas und Sascha spielten Karten, Jürg war am Ruder und fing an, zu singen. Die Stimmung ist super lässig. Wir waren inzwischen alle total entspannt, die See und wir! Als Thomas und Sascha aber dann anfingen, jeder für sich irgendein Lied zu pfeifen, stellte ich die Musik an. So ein Durcheinander … jetzt konnten sie alle nach demselben Lied singen und pfeifen. Wir lauschten Cafe del Mar, chill out pur!

Inzwischen lagen 400 sm hinter uns. Nicht viel, dachten wir, es kam uns allen viel weiter vor. In dieser Nacht hatten Jürg und ich Wache. Und in dieser Nacht hatten wir unsere 7.000 sm mit der Lumumba gemacht. Wir stießen mit einem Bier darauf an (ansonsten ist Alkohol absolut tabu, – aber in einem solchen Moment). Ein schöner Moment für uns und unsere Lumumba!

Sonntag, – ein schöner Tag! Die Sonne schien, wir konnten unter Gennaker mit bis zu 18 Knoten Speed segeln. Ich war am Ruder, da Jürg und ich Wache hatten. Beim Blick in die Ferne bekam ich Lust, Musik zu hören. Ich setze die Kopfhörer auf, hörte nur noch meine Musik und war rundherum zufrieden und merkte irgendwann, dass ich einfach durch die Gegend grinste. In Gedanken sagte ich dem Universum: „Danke!“ Danke, dass ich so ein schönes Leben leben darf. Es ist uns bewusst, dass es wirklich nicht selbstverständlich ist, so zu leben. Noch vor drei Jahren saß ich täglich im Büro, hatte für andere Menschen gearbeitet, hatte oft Kopfweh. Sonne, Wind und Wellen waren damals nur ein Traum. Nun lebe ich diesen Traum. Ich möchte nie wieder tauschen!

Aber der Tag wurde, man kann es fast nicht glauben, noch besser! Sascha hatte inzwischen das Ruder übernommen und wir waren gerade unter Deck, als er rief: „Delfine! Viel Delfin … ähm … WALE!“ Sofort stürmten wir an Deck. Tatsächlich: Wale! Unsere ersten überhaupt!! Nach unserem schlauen Buch mussten es Grindwale gewesen sein, – und das gleich drei Stück. Sie zogen in sicherem Abstand an uns vorbei. Wir waren total aus dem Häuschen. Wale – Wow!

Wie lange hatten wir darauf gewartet und nun waren sie endlich da! Und besonders erfreulich: Marco hatte mal nicht geschlafen und hat sie auch erleben können! 🙂

Später – Marco, Jürg und ich waren gerade beim Essen – kam die nächste Meldung: „Delfine! Viele Delfine!“ Diesmal waren es sicherlich 30 Stück, sie tanzten und sprangen an unserem Bug herum. Sie schossen vor dem Bug von links nach rechts und umgekehrt. Es war ein Schauspiel besonderer Art. Besser konnte es kaum werden. Dass in dieser Zeit unser Abendessen kalt wurde, interessierte niemanden.

18 Knoten Wind, es wurde langsam wieder dunkel und wir ersetzten die Genua für den Gennaker und das Groß bekam Reff 1 rein.

Am Montag gab es dann noch einmal ein Highlight obendrauf, als wir drei Orcas entdeckten. Damit hatten wir nicht gerechnet!

Inzwischen war Mittwoch.

Wir erreichten Arrecife spät nachts und da wir die Einfahrt der Marina als eher schwierig ansahen, ankerten wir bis zum Frühstück vor dem Hafen. Sicher ist sicher. Als wir dann bei Tageslicht einliefen, wurden wir wieder total freundlich vom Hafenpersonal empfangen. Es war hier ziemlich voll – die meisten Schiffe sammelten sich für die Ende November angesagte Atlantiküberquerung. Erst einmal eine Dusche, so nach 5 Tagen tut das richtig gut. In der Marina längs laufen, sich die Beine vertreten…

Marco teilte uns mit, dass er die Reise hier beenden wollte. Für ihn stimmte es so, er hatte das erlebt, was er erleben wollte. Wir waren schon ein wenig traurig darüber, schließlich ging die Reise noch bis Freitag weiter. Kurz nachdem er sich von uns verabschiedet hatte, wurden wir von Kathrin und David überrascht. Die beiden waren Anfang des Jahres mit uns gesegelt. Anschließend hatten sie sich selbst ein Schiff gekauft. Ihr Traum, – den Atlantik zu überqueren. Sie hatten bereits dieses Ziel vor Augen, als sie mit uns auf Törn gewesen waren, wollten es aber nicht erzählen. Sie dachten, wir würden sie für Spinner halten. Und irgendwie verrückt ist es auch. Wir waren total begeistert von so viel Mut und Abenteuer. Wir redeten ihnen aber auch ins Gewissen, nach dem sie uns so einiges erzählt hatten. Wir hofften nun, dass sie es sich etwas zu Herzen genommen haben und gewisse Dinge doch so machen, wie wir es ihnen geraten hatten. Vor allen wünschten wir ihnen aber natürlich viel, viel Glück und Spaß … und immer eine Hand voll Wasser unter dem Kiel bei ihrem Abenteuer!

Sie erzählten uns, dass ihnen noch 19 sm fehlen würden, um von der CCS den B-Schein zu bekommen. Kurzerhand entschieden wir, noch eine Nacht länger in der Marina zu bleiben und am Nachmittag die 19 sm mit ihnen zu machen. Gesagt und getan! Super Wind und sicherlich 50 Delfine, die sich das auch nicht entgegen lassen wollten, machten diesen Ausflug zu einem megaschönen Nachmittags-Segeltag. Und wir konnten ihnen – auch mit etwas Stolz! – zu ihren 1.000 sm gratulieren!

Donnerstag sind wir dann ganze 15sm nächsten Tag segelten wir nicht lange, aber doch ein Stück weiter in die nächste Marina von El Calero. Hier war nicht sehr viel los.

Am Freitag war unser letzter Segeltag, den wir in Richtung Rubico starteten. Und um den Abschied richtig schwer zu machen, zeigte uns die Lumumba, wie schön das Segeln ist. Wir waren flott unterwegs und verlängerten daher ein wenig, weil der Wind so wunderbar war. Erst am Nachmittag steuerten wir den Hafen an, tankten und legten mit einem tollen Anlegemanöver an.

Unseren letzten Abend verbrachten wir in einem der herzigen Restaurants in der Marina. Thomas sprach einen Tost auf uns und unsere Reise aus. Wir freuten uns darüber sehr und natürlich auch darüber, dass vor allem er in diesen zwei Wochen seine 1000 sm erreicht hat.

Der letzte Tag ist wie der erste Tag:

Samstag – Abschied & Wäschemarathon … as usual

Thomas und auch Sascha verließen gegen 08:30 Uhr uns und die Lumumba. Es war ein herzlicher Abschied … für sicherlich nicht allzu lange Zeit!

Dann verlief der Samstag wie immer gleich für uns ab: Wäschemarathon! Aber das machten wir inzwischen ja mit links!2015-11-13 17.29.10

 

Teneriffe

 

Marina Santa Cruz auf Teneriffe

Vor 3 Nächten erreichten wir Teneriffe, nach einer Überfahrt von 10 Stunden mit tollen Wind von Achtern mit ca. 25-30 Knoten sind wir schnell rüber gekommen.

Wenn man in den Hafen rein möchte muss man sich vorher anmelden, es ist ein riesiger Hafen, mit Bohrinseln, Kreuzfahrtschiffen und wohl etwas Industrie. Die Marina hingegen ist kleiner als die auf Gran Canaria, hier wird zur Zeit viel gebaut um die Infrastruktur für die Yachties zu verbessen. Es hat kein Restaurant oder Kafi, nur ein Platz mit Partytischen, dort bekommt man WIFI.

Die Duschen und WCs sind sauber und grosszügig. Unmittelbar neben der Marina wird auch gebaut, die Brücke die rüber in die Stadt geht  (für Fussgänger) wird erschlossen. Es ist ein rechter Lärm ab 08.00 am Morgen, dass kostet den Ladies des Hafenbüros sicher die Nerven. Sie machen aber gute Miene zum bösen Spiel

Wir melden uns dort an und möchten auch gleich wissen wo man hier ein Mietwagen bekommt. Die Dame ist sehr Hilfsbereit und ruft für uns sofort an, 30 min später haben wir einen Fiat Panda, älteres Modell und mit wenig Profil auf den Reifen. Der Preis ist auch mehr als das was im Prospekt gestanden ist, sie erklärt uns, das wäre Tax für irgendwas. Leider können wir uns mit ihr nicht verständigen, da sie nur Spanisch spricht, und wir nur Deutsch, Franz., ital. und Englisch sprechen … blöd aber was soll`s..

Nachdem wir mit dem Wagen abgefahren sind, sehen wir unmittelbar neben der Marina einen andere Mietwagenfirma… Tja…manchmal lohnt es sich den Blick schweifen zu lassen..

Santa Cruz ist gross, wenn man sich nicht auskennt weiss man zuerst garn nicht wohin. Wir fahren einfach drauf los – Ziel ist, 1 Kaffi trinken, wir kommen an eine Sackgasse die zu einen sehr feinen und schönen Strand führt. Hier machen wir Pause und halten mal fürs erste die Füsse ins Wasser.

… weiter gehts. Wir  haben den Wagen nur 2 Tage gemietet, da  müssen wir uns etwas ran halten. Wir sind erstaunt über die Vielfältigkeit der Insel. Es ist wunderschön hier. Sehr viel Grün im Gegensatz zu Lanzarote.

Der nächste Tag ist für den Teide reserviert, wir fahren früh los um uns alles anschauen zu können. Die Vulkan – Landschaft ist atemberaubend. Ein toller Ausflug: Die Fahrt mit der Teide-Seilbahn im Teide-Nationalpark, Teneriffa, Kanarische Inseln, auf den höchsten Vulkan Spaniens. Schweben über einen geologischen Schatz, in dem Vulkane, Krater und Lavaflüsse sich zu einem beeindruckenden, auf der Welt einzigartigen Farben – und Formenspiel verschmelzen.

Wir sind einmal um die Insel gefahren und sind begeistert wie schön es hier doch ist. Den Abend haben wir uns für ein Restaurant in der Altstadt reserviert.

Törnbericht Überführung Palma – Benalmaden

 

… Am nächsten Tag sollte es mit einer neuen Crew nach Benalmádena gehen, ein zauberhaftes Städtchen in Andalusien, das zur Provinz Malaga gehört. Unsere erste Station auf dem Weg: Ibiza. Ich weiß, der Ort ist bekannt und berühmt für seine Partys. Aber dafür würden wir leider keine Zeit haben. Denn unser Programm war eng und die Meilen haben Priorität, – diesmal nicht die Party! Zudem sollte es ein langer Tag für den ersten Segeltag werden … und ich hoffte, dass niemand seekrank würde!

Unsere neue Crew war bereits vollständig und seit 18:00 Uhr bei uns: Rolf, Röfe, Robert und Othmar. Alles gute Typen, denken wir, das würde cool werden!

Wir hatten auf Palma ein Restaurant reserviert, um den Abschied von Palma und den Start unseres neuen Törns zu feiern. Dieser erste gemeinsame Abend war bereits sehr lustig, wir verstanden uns alle! Robert & Rolf sammelten Meilen und Röfe & Othmar wollten mal sehen, ob sie den Seeschein machen könnten; sie „schnupperten“ diese Woche.

Ein Teil der Einführung hatten wir bereits vor dem Essen gemacht, – erst die Arbeit und dann das Vergnügen! Außerdem wollten wir am nächsten Morgen früh los, weil es ein so langer Tag werden würde.

Also standen wir bald auf und frühstückten um 08:00 Uhr. So gestärkt ging es zur „Einführung – 2. Teil“. Dabei wurde Grundlegendes gezeigt: „Wie funktioniert was hier auf der Lumumba“. Jeder Skipper macht das auf seine Art und Weise; denn es ist gar nicht so einfach, immer das Richtige zu machen, – das hängt ja auch von der Situation, vom Schiff etc. ab. Wie funktionieren die Winschen? Welche Schot ist wofür? Aber wir kennen ja die Fragen bzw. wissen inzwischen, was die Neu-Crewler nicht wissen bzw. noch nicht wissen können. Daher haben wir alles schön angeschrieben. So war es easy für unsere vier Männer, denn sie haben alle Segelerfahrung und sind ansonsten ziemlich auf Zack!

Nachdem sie sich geeinigt hatten, wer zuerst mit dem Abwasch dran ist, ging alles recht schnell und schon waren wir am Ablegen. Für das Kochen sind immer Jürg und ich zuständig (sicher ist sicher!), abgewaschen wird von unserer Crew. Das ist manchmal gar nicht so einfach, wie man meint. Denn es ist schon oft etwas kaputt gegangen. Und das lag nicht am Sturm oder weil die Lumumba gerade einen Looping versucht hätte! In Zeiten der Geschirrspülmaschine kommt man einfach aus der Übung, – aber die bekommt man bei uns schnell wieder!

Also auf nach Ibiza! 67sm lagen vor uns … ohne Wind! Es nützte alles nichts, wir mussten leider den ganzen Weg motoren. Aber wir nutzten die Zeit, um alles an Bord nochmals gemeinsam anzuschauen, sich besser kennenzulernen und einfach ein wenig zu „sein“.

Robert ist in der Druckereibranche tätig. Unser nächstes Plakat werden wir von ihm machen lassen. Rolf ist Tierarzt und hatte aus seiner tierischen Praxis einiges an abenteuerlichen Geschichten auf Lager. So erzählte er einmal von dem armen Wollschwein-Eber, der nicht von ihm kastriert werden wollte; spontan solidarisierten wir uns alle mit dem Wollschwein! Da er trotz mehrerer Versuche nicht zu bändigen war und sich Rolf wie auch das Wollschwein dabei einige Kratzer holten, sah dies Rolf als Wink des Schicksals und ließ dem Eber – wie auch allen seinen zukünftigen Weggefährtinnen – das Vergnügen.

Noch waren wir 170 sm davon entfernt, aber das war in ca. 30 Stunden mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 5.5 km/h zu schaffen. Der Wind fehlte, der Regen war weitergezogen und die Sonne schien. So sehr wir uns über die Sonne freuten, aber der Wind fehlte uns einfach. Er wollte auch in den nächsten Stunden nicht stärker werden. Im Gegenteil. Am späteren Nachmittag wurde aus 2 Bf nur noch 1 Bf. Das Meer sah aus, als hätte es eine Ölschicht, so glatt war die See. Also motorten wir stramm durch die Nacht, mit Schichtwechsel alle vier Stunden. Meine Männer waren trotzdem supergut drauf! Es wurde geplaudert, gelesen und viel gelacht.

Ibiza hatten wir bereits im Dunkeln erreicht. Die Marina war bereits geschlossen und somit legten wir einfach direkt an der Hafenmauer vor der Marina an. Kaum hatten wir die Taue fest gezurrt, fing es auch schon so richtig an zu regnen. Hatte der Regengott Erbarmen mit uns? Wir wurden nicht nass! Abendessen nahmen wir auf der Lumumba, da es dann doch schon recht spät war.

Schnell noch die Motorenkontrolle; genug Öl, Kühlwasser etc. Alles war gut! Unser Tagesziel für heute lautete Cartagena! Das ist die zweitgrößte Stadt der Region Murcia und liegt an einer tiefen Bucht der Costa Cálida. Cartagena ist einer der bedeutendsten Handelshäfen Spaniens und die größte Marinebasis am Mittelmeer.

Während Jürg später mit den anderen den Wachplan besprach, unterhielt ich mich mit einem Rentnerehepaar aus Berlin. Sie sind jedes Jahr hier und immer zur selben Zeit, im Winter geht es dann auf die Kanaren. Die beiden wussten so viel zu erzählen, dass ich kaum zu Wort kam. Als die Dame erzählerisch noch einmal weit ausholen wollte, wurde sie von ihrem Gatten sehr beherzt weitergeschoben.

Delfine!! Gleich am ersten Tag – welch ein Geschenk! Leider blieben sie nicht sehr lange, es war aber wie immer wieder schön, wenn sie uns begrüßten. Es sieht immer so aus, als ob sie einen wirklich anschauen würden. Vom Backbord Bug rüber zum Steuerbord Bug getaucht, blitzschnell, und wieder weg. Trotzdem schön, dass sie unseren Weg gekreuzt und uns begrüßt haben!

3 Bf Wind, das reichte für die Lumumba nicht zum Segeln. Trotz des wenigen Windes aus NE hatte sich von irgendwoher eine Welle aufgebaut. Die Welle schupfte uns unsanft von achtern, da wurden gleich die Mägen unserer neuen Crew auf die Probe gestellt: Robert, der gerade Knoten übte, merkte es recht schnell und musste sich erst einmal hinlegen. Auch Othmar, der schon die blutige Wollschwein-Geschichte nicht vertragen hatte, wurde es schlecht.

Die Dämmerung senkte sich über uns; durch die Zeitumstellung bereits kurz nach 18:00 Uhr. Der Wachplan lief und alle waren überzeugt, dass es wohl keinen Wind geben würde. Wir bargen auch das Großsegel. Alle lasen oder schauten einfach auf das Meer hinaus. Zwischendrin sagte der eine oder der andere mal etwas, plötzlich ein Schrei: „Delfine!“ Direkt am Bug, sicher drei oder vier Delfine, sie nahmen aber keine Notiz von uns, sie hatten wohl nur ihr Ziel vor Augen. Ich fragte mich: „Wo wollen die wohl hin?“ Einer sprang einige Male aus dem Wasser und erheiterte uns mit seinen kleinen Kunststücken. Aber dann waren sie auch wieder schnell weg. Danach lasen wir alle weiter. Jürg sortierte die Karten, die Arbeit war perfekt für diese Stunde gemacht.

Wachablösung. Jürg und ich waren auch mal dran. Da wir nur zu sechst unterwegs waren, machten wir diesmal mit.

Es war gerade gegen 20:00 Uhr, als wir angelegten: Welcome to IBIZA!

Wir waren wohl etwas zu spät, denn das Office hatte bereits geschlossen und wir bekamen daher keinen Platz zugewiesen. Also legten wir seitlich direkt vor dem Office an. Die Festmacherleinen waren gerade festgezurrt und schon zeigte uns der Regengott, was er in den Wolken zu bieten hatte – und zwar richtig!

Wir waren ja aber bereits lange genug an der frischen Luft gewesen und daher war niemand traurig, dass wir unseren Ankertrunk mit Guacamole und das anschließende Dinner unter Deck zu uns nahmen. Noch während des Aperos fingen Jürg und ich an zu kochen, heute gab es ein leckeres Spargel-Risotto, dazu floss der rote Traubensaft.

Da wir alle von dem langen Tag und der vielen frischen Meerluft müde waren, fielen wir beizeiten in unsere Kojen, um für den nächsten Morgen und für alles, was passieren könnte, fit zu sein. … aber leider passierte nicht viel! Wieder kein Wind! Dafür frische Brötchen von einem deutschen Bäcker um die Ecke. Das Hafenbüro hatte inzwischen auch geöffnet und so konnten wir bezahlen und Schlüssel für die Duschen holen. Herrlich! Wir waren alle überrascht, wie sauber hier alles war. Von Sardinien kannte ich es leider etwas anders.

Der Wetterdienst und seine Streckenvorhersage waren gut! Man kann diese Infos per Mail anfordern. Dazu werden Schiffsgröße, Route und Geschwindigkeit benötigt. Für heute wurden ab mittags zwischen3-4 Bf angekündigt, – und so kam es auch. Später gegen Abend ging der Wind wieder zurück, auf 2 Bf. Somit stimmte auch diese Prognose. Der Vollmond begleitete uns auf unserem Weg. Es war wunderschön an Bord. Und es gab auch viel zu sehen: Viele Schiffe waren unterwegs. Wir kamen immer wieder an einem Verkehrstrennungsgebiet vorbei, so trafen wir ständig auf Fischerboote … mit leider wenig Beleuchtung. Wer hier schlafend wachen will, ist fehl am Platze! Auch unser neues Radar von g&b kam zum Einsatz. Es sah die Fischerboote, die wir mit noch so scharfen Adlerblicken noch gar nicht richtig erkennen konnten. Genial! Unser AIS meldete sich rechtzeitig, wenn wir auf Kollision waren, mit wem auch immer. Aber trotz der ganzen Hightech musste man auch selbst gehörig Ausschau halten. Denn hier ging ganz schön die Post ab!

Zum Abendessen gab es Spaghetti Carbonara, da hatten wir noch Segel gesetzt und rauschten mit 8 Knoten unserem Ziel näher. Inzwischen waren wir unter Motor mit 6 Knoten unterwegs, dafür aber auf direktem Weg dem Ziel näher.

Um 24:00 Uhr wurden wir von Röfe und Rolf abgelöst. Als wir wieder aufwachten, war es bereits 7:00 Uhr … aber immer noch kein Wind. In der Nacht hatten wir mal für sehr kurze Zeit 3 Bf, aber eben nur für kurze Zeit. Der Donnerstag entwickelte sich aber trotzdem zu einem Bilderbuchtag: Die Sonne schien mit 25 Grad herab, ohne Wind war das herrlich, – und das Ende Oktober! Alle waren wir faul und genossen den Moment.

Kurz bevor wir in La Herradura einliefen, gab es noch auf unserer Lumumba-Terrase einen knackigen Salat, Bier oder Weißwein, – ganz nach Wahl. La Herradura (übersetzt: Hufeisen, – der Name passt!) ist ein künstlich angelegter Hafen für 120 Liegeplätze an der Costa Tropical in der Provinz Granada. Herzig! Zum eigentlichen Dorf muss man etwas laufen. Die Marina empfiehlt das Taxi.

Jürg kochte am Abend Teigwaren, ich blieb oben, denn ich war gerade mit der Wache dran. Die Lumumba lief mit Autopilot, so konnten wir alle zusammen essen. Anschließend waren Rolf und Röve mit der Wache an der Reihe. Sie waren neugierig, denn es war ihre erste Nacht auf See. Um 03:00 Uhr lösten wir sie ab und wachten bis 06:00 Uhr. Dabei wurde es uns nicht langweilig, denn es war auf dem Meer mächtig viel los. Da wir kurz vor einem Verkehrstrennungsgebiet waren, schipperten recht große Pötte in unserem Fahrwasser. Der Vollmond zeigte uns unseren Weg durch das Meer, wenn er sich nicht wieder einmal hinter einer dunklen Wolke versteckte.

Nach der Ablösung um 06:00 Uhr waren dann auch wir richtig müde und gingen für zwei Stunden ins Bett. Robert und Ottmar hielten nun Wache. Es war eine wunderschöne Nacht mit einem wunderbaren Sonnenaufgang. Röve war ganz begeistert von dem schönen Sonnenaufgang. Zur Krönung kamen sogar noch Delfine, die uns ein kleines Stück begleiteten.

Am späteren Vormittag kamen wir in Cartagena an. Dort gab es freie Zeit für alle – und später gemeinsames Abendessen.

Es ist immer wieder interessant zu beobachten, wie unsere Gästecrew die Zeit verbringt. Der eine (ich nenne hier keinen Namen! J) kommt von der Arbeit kaum los, der andere schafft es grad mal so bis zum Steg, die anderen schwirren raus und sind neugierig, schauen sich alles an. Und es gibt hier viel zu sehen, denn von Hannibal bis Franco haben viele diese Gegend geprägt. Das Museo Arqueológico Municipal zeigt Fundstücke aus römischer, arabischer, westgotischer und karthagischer Zeit. Man kann aber auch die alte Stadtmauer und Schutzanlagen um den Hafen bewundern, zu den auf den Felshöhen gelegenen Forts Las Galeras und San Julian wandern oder zu der Burg Castillo de la Concepción aus dem 11. Jahrhundert.

Wir nahmen es sportlich und gingen eine Runde joggen. So hatte am Abend jeder etwas zu erzählen.

Am Freitag machten wir uns auf den Weg zu unserem Zielhafen: Benalmádena! Leider schon wieder ohne Wind. Wir nahmen es so hin, ändern konnten wir es ja nicht. So unterhielten wir uns oder lagen faul in der Sonne. Robert versuchte sich noch einmal als Fischer – leider erfolglos. Ein Büschel Treibgut verfing sich in seiner Angel, aber kein Fisch. Dann waren alle eifrig dabei, ihr Logbuch auf Vordermann zu bringen, damit Jürg zum Abschluss unseren Stempel und die Unterschrift darunter setzen konnte.

Großsegel setzen funktionierte so gut, als ob wir bereits immer eine feste Crew gewesen wären. Mit 8 Bf Wind von achtern versuchten wir, den Gennaker zum Stehen zu bringen. Wir hatten ja noch genügend Zeit und somit war für einige Stunden der Weg unser Ziel. Mit 3 Knoten Wind segelte die Lumumba nun ganz gemütlich in Richtung Benalmádena. Eine Sehenswürdigkeit der bekannten Stadt an der Costa del Sol ist eine alte Kapelle. Von ihr aus hat man einen schönen Blick auf die Stadt und auf das Umland, – bei gutem Wetter sogar bis nach Málaga.

Die Gelassenheit unserer Gäste machte Spaß! Es fühlte sich an, als ob sie nun so richtig angekommen wären, jetzt, wo die Woche leider schon vorbei war. Daher überlegten wir, den Kurs zu ändern und zusammen weiterzusegeln, vielleicht nach Marokko. Ein verlockender Gedanke, dem wir kurze Zeit nachhingen. Aber dann ging es doch nach Benalmádena. Irgendwann mussten wir dann doch noch etwas beschleunigen und bargen die Segel, stellten unser M-Segel an. So waren wir gegen 17:00 Uhr in der Marina. Wieder wurden wir sehr freundlich begrüßt. Dann erledigten wir die Formalia. Wie in allen Häfen mussten wir auch hier von allen Crewmitgliedern die Pässe abgeben. Ein Formular war für die Marina auszufüllen und ein Formular für die Polizei.

Nachdem alle geduscht und teilweise auch schon bereits gepackt hatten, gingen wir ein letztes Mal zusammen in eines der netten Restaurants zum Abendessen. Es wurde ein tolles Abschiedsessen mit viel „Traubensaft“, es wurde viel gelacht und wir spürten alle, dass wir eine schöne Woche miteinander verbracht hatten! Als wir zurück auf der Lumumba waren, wollte noch keiner ins Bett gehen – daher gab es noch einen Schlummertrunk für alle.

Am nächsten Morgen hieß es dann Abschied nehmen … aber nicht für immer; wir sehen uns sicher wieder!

 

Gran Canaria

Gran Canaria – Las Palmas

Am Sonntag sind wir auf Las Palmas (Gran Canaria) angekommen, nach dem wir wenig Wind hatten konnten wir leider fast nur Motoren um dort hin zukommen. Die Welle war natürlich, wie es meistens so ist, dafür umso stärker. Rock’n’roll auf den Atlantik! Auf den ersten Blick kommt es einen gar nicht so vor wie eine Insel die man hier ansteuert. Die Stadt ist riesig. Riesig sind auch die Frachter vor den grossen Hafen vor Anker liegen. Wenn man so wie wir am Wochenende hier ankommt, muss man erst mal selber schauen wo man bleibt. Das Hafenbüro ist am Wochenende geschlossen! Man bekommt dann auch keine Karte für den Steg oder die Duschen. Sowieso, man darf man eigentlich nicht einfach an einen Steg angelegen, erzählt uns später der Marineros. Wir haben Glück, wir legen natürlich an einen Steg an und zwar direkt gegenüber des Hafenbüros.

 

 

Am Montagmorgen kommt dann die nächste Ernüchterung, was die romantische Ambiente eines Hafen auf den Kanaren betrifft, wenn man in das Office reinkommt, muss man erst einmal wie bei der Schweizer Post, eine Nummer ziehen und dann heisst es warten. Wir hatten es noch gut, 1 Stunde Wartezeit ist hier noch wenig. Dafür ist der Preis für 2 Nächte nicht allzu hoch. € 35.-! Es hat hier in der Marina Platz für 2600 Schiffe, es ist riesig. Klar, dass hier alles etwas länger dauert. Die Angestellten sind aber wieder alle total Lieb und Hilfsbereit, lassen sich nicht aus der Ruhe bringen und haben immer ein lächeln im Gesicht.

Viel Zeit haben wir nicht, wir wollen bald weiter nach Teneriffe und somit nehmen wir uns vor, die Altstadt anzuschauen. Es ist alles recht weitläufig und deshalb schnappen wir uns den 1 – Bus der hält direkt dort wo wir hin möchten, vorher sind wir allerdings noch zu früh einmal ausgestiegen und sind in einen der wunderschönen angelegten Parks angekommen. Papageien flogen über uns von einer Palme zur nächsten, die Pflanzen Vielfalt ist gewaltig und alles dufte so gut …

Wenn man mit der Buslinie 1 von der Station Santa Catalina am Hafen beim Canteras-Strand in Las Palmas auf Gran Canaria zur Endstation fährt, ist man gute 40 Minuten unterwegs und sieht einiges von der Stadt: Hektik, Verkehr, das herrliche Meer, alte und neue Gebäude…Stadtleben eben! Wenn man aber von der letzten Busstation 5 Minuten zu Fuß vorbei am berühmten Teatro Pérez Galdós geht, kommt man in den Teil, der „La Vegueta“ genannt ist. Das ist der sehr gut sanierte historische Kern, der eigentlich ein Rundgang durch ein Open Air-Museum ist: die alte Kirche (was davon noch übrig ist), andere schöne Kirchen, Museen, Brunnen, kleine, schön angelegte Parks, das Haus C. Colon etc. – dieser Rundgang kann 2-3-4 Stunden dauern, abhängend vom Besucher selbst! Auf alle Fälle sehenswert.